Gremien, Austausch

"Christliche Werte vermitteln" - der LVkE-Vorstand im Dialog mit Kirchenvertreter

 „Unser Weg ist es, Fakten und Analysen in die fachliche Diskussion einzubringen und auch christliche Werte zu vermitteln“, so Michael Eibl, Vorstandsvorsitzender des LVkE, als Einstieg in die spannende Diskussion, in welcher zusammen mit Prälat Dr. Lorenz Wolf, Leiter des Katholischen Büros in Bayern, Erfahrungen, Analysen und Perspektiven der Integrationsarbeit in Bayern mit Flüchtlingen ausgetauscht und erörtert wurden.

Besonderes Augenmerk wurde im Verlauf des Gesprächs auf die Themen bedarfsgerechte Versorgung, Wohnraum, Geschlechterdisparität und Hoffnung auf gelingendes Leben gelegt. Zu diesen grundlegenden Faktoren hat der LVkE, gemeinsam mit dem KJS, ein wirkungsvolles und praxisnahes Konzept entwickelt, mit dessen Hilfe sich Unterstützungs- und Integrationsmaßnahmen für junge Flüchtlinge noch passgenauer und effektiver steuern lassen können – ein Aspekt, der auch aus fiskalpolitischer Sicht von großem Interesse ist. Hierzu äußerte Prälat Dr. Wolf: „Der Kostenfaktor ist für mich ein wichtiger Punkt, er betrifft nicht nur die Kinder und Jugendlichen, sondern auch das Personal. Man sagt ihnen: Ihr tut zu wenig und kostet zu viel!“

Auch die Punkte „Ausbildung und berufliche Perspektiven“, deren integrativer Grundgedanke aktuell in krassem Gegensatz zu der in Bayern gehandhabten Abschiebepraxis zu stehen scheint, wurden kontrovers diskutiert. Prälat Dr. Wolf vertrat in diesem Punkt entschieden die ethisch-moralische Grundhaltung der katholischen Kirchen und merkte an, dass hier von Anfang an ein Spannungsfeld herrscht: „Die Kirche hat sich positioniert für die Flüchtlinge: Wer hier ankommt, hat ein Recht darauf, menschenwürdig behandelt zu werden – unabhängig von Religion, Hautfarbe, etc. Wer Hilfe braucht, soll auch Hilfe bekommen“.
Der LVkE-Vorsitzende Michael Eibl äußerte sich in diesem Zusammenhang besorgt über die Tatsache, dass Afghanistan mittlerweile zum sicheren Herkunftsland deklariert wurde und brachte klar eine der wichtigsten Forderungen des LVkE zum Ausdruck: „ Keine Abschiebungen von jungen Flüchtlingen aus der Kinder- und Jugendhilfe nach Afghanistan!“. Prälat Dr. Wolf ergänzte: „Wir haben es geschafft, dass eine Gruppe von Flüchtlingen zutiefst verunsichert und verängstigt ist.“

Einig waren sich alle Beteiligten, dass wirksame Lösungen und eine gelingende Integration von Flüchtlingen nur im Dialog zwischen Politik, Einrichtungen, sozialen Verbänden und der Kirche gefunden werden können. „Ich habe das Gefühl, dass man immer mehr bemüht ist, Lösungen zu finden“, so Prälat Dr. Wolf resümierend.

Somit kann die stattgefundene Diskussion als weiterer Baustein betrachtet werden, um die Anliegen und die Expertise des LVkE noch besser vernetzt und sichtbarer in der Politik zu platzieren, denn „zu den Entscheidungsträgern haben wir Kontakt, das ist unser Stil“, so Michael Eibl.

 Abschließend gab es noch zwei besondere Anlässe zu würdigen: So wurde Herbert Fröhlich, ehemaliger stellvertretender Geschäftsführer des LVkE und Mitglied im Fachforum Beratungsdienste sowie Mitglied in der LAG-Erziehungsberatung Bayern, feierlich aus dem Vorstand des Landesverbandes verabschiedet und entsprechend geehrt.
Des Weiteren feierte Klaus Klarer, Leiter der psychologischen Beratungsstelle Kempten und LVkE-Vorstandsmitglied, seinen 60sten Geburtstag, zu welchem wir ihm auch an dieser Stelle herzlich gratulieren möchten.

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