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"Das sind die Jugendlichen, die die Eltern von morgen sind"

"Es geht durchaus um ernste Themen, um Leidensdruck und der Suche nach Lösungen, aber die Chat-Situation bringt auch eine gewisse Leichtigkeit und Witz in die Diskussion so schwieriger Themen", erklärte Dr. Monika Grimaldi in ihrem fachlichen Input im Fachforum Beratungsdienste am Vormittag. In ihrer Doktorarbeit mit dem Titel "Online-Beratung im Gruppenchat für Jugendliche und junge Erwachsene - Zwischen Leichtigkeit und Tiefgang" analysierte sie die bke-Online-Beratung und stellte ihre Ergebnisse vor. Auffällig sei, dass "die Themen oft deutlicher und schneller benannt werden als im ersten persönlichen Gespräch," sagte sie. Das sei vor allem auch auf den hohen Freiheitsgrad zurückzuführen, denn durch Nicknamen und Anonymität trauen sich viel mehr über ihre Probleme zu sprechen. Außerdem erreichen sie mit der Online-Beratung viel mehr Jugendliche - die Eltern von morgen. 

Dr. Patrick Zahnbrecher vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (StMAS) war ebenfalls bei der Sitzung dabei und konnte aktuelle Zahlen zu der bke-Online-Beratung auf bayerischer und auf Bundesebene vorstellen. Doch nicht nur dieses Thema beschäftigte die Runde, sondern auch das Förderprogramm Erziehungsberatungsstellen der Bayerischen Staatsregierung sowie Fortbildungsinitiativen des StMAS. "Die Weiterentwicklung des Förderprogramms und die Anpassung der Förderrichtlinien muss gemeinsam mit der Praxis erfolgen," sagte Zahnbrecher. Daher sei dem StMAS die Teilnahme an solchen Sitzungen auch immer sehr wichtig.

Nach der Mittagspause war es dann soweit: Der bisherige Fachforenleiter Klaus Klarer, Gesamtleiter KJF Kinder- und Jugendhilfe in Kempten-Oberallgäu und Leiter der KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung in Kempten, übergab das Fachforum in die kompetenten Hände von Britta Ortwein-Feiler, Leiterin der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung in Cham. Die Diplom Pädagogin arbeitet seit 13 Jahren in Cham und hat dort vor allem die Frühen Hilfen mitausgebaut. Als neues Vorstandsmitglied hat sie sich gleich bereit erklärt, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. 

Am Nachmittag fand dann ein reger Austausch über die Themenschwerpunkte in den verschiedenen Diözesen statt und auch die Diskussion, wie diese angegangen werden können. Am Ende konnten sich alle zufrieden von ihrer Arbeit für dieses Jahr verabschieden und nahmen zudem einiges an Input für das kommende Jahr mit.