Exkursion

Der LVkE unterwegs - Aktuelle Entwicklungen von Jugendhilfe und Inklusion in Wien

Im Sinne eines effektiven voneinander Lernens veranstaltet der LVkE in regelmäßigen Abständen Exkursionen, um einen Einblick in die Arbeit anderer Einrichtungen zu erhalten und die dort gewonnenen Impulse in seine Tätigkeiten in Bayern einfließen zu lassen.

Bereits 2011 verschaffte sich der LVkE bei unseren österreichischen Nachbarn einen Eindruck davon, wie Inklusion dort bedacht und umgesetzt wird. Für einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es daher umso spannender die Entwicklung der letzten Jahre zu verfolgen.

Der fachliche Austausch wurde von Dr. Corinna Pummer-Pilaj, Institut für Kinder- und Jugendhilfe (IKJ) Austria, begleitet und begann mit einem Überblick über die kooperierende Zusammenarbeit des IKJ Austria, als außeruniversitäre sozialwissenschaftliche Praxisforschungseinrichtung, mit den Therapeutischen Gemeinschaften Österreich (TG), eine Non-Profit-Organisation für Betreuungsformen, und FICE Austria, einem weltweiten Netzwerk für alternative Kinder- und Jugendbetreuung zugehörig. Die Verzahnung dieser drei Institutionen erweist sich als besonders gewinnbringend. Durch die internationale Anbindung von FICE Austria kann auf einen umfangreichen weltweiten Wissenspool zurückgegriffen werden. Das IKJ speist sein Know-How in der nationalen Kinder- und Jugendhilfe in das Netzwerk ein. Die therapeutischen Gemeinschaften wiederum zeigen ihre Fachexpertise in der Praxis. Einen konkreten Einblick in deren Arbeit erhielten die Exkursionsteilnehmenden des LVkE in einer Einrichtung der TG am Neufelder See. Ein Schwerpunkt dort war der Austausch über die Umsetzung von Wirkungsorientierung und Qualität.

2011 setzte der LVkE seinen Fokus auf die Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern, insbesondere im Bereich der Schule. Auch dieses Mal war ein Besuch beim Stadtschulrat in Wien eingeplant. Dort gibt es zur Unterstützung der Regelschulen das Kompetenzzentrum für Schülerinnen und Schüler im Autismus-Spektrum. Durch pädagogische Gutachterinnen und Gutachter, Mentorinnen und Mentoren sowie Intensivpädagoginnen und -pädagogen sollen bestmögliche Voraussetzungen für eine Inklusion von Schülerinnen und Schülern im Autismus-Spektrum geschaffen werden. Dazu zählt eine Stabilisierung der Kinder und Jugendlichen sowie im allgemeinen des Schulverlaufs. Durch innersystemische Beratung, pädagogische Diagnostik sowie durch Fortbildungen erfährt auch das personelle Umfeld eine Stärkung bei gleichzeitiger Entlastung.

Abschließend informierte der Verein Oase über seinen Praxisalltag an der Schnittstelle von Jugendhilfe und Psychiatrie. Kinder und Jugendliche mit exzessivem externalisierendem sowie exzessivem internalisierendem Verhalten erhalten dort in zwei sozialpsychiatrischen Wohngemeinschaften eine hochintensive Betreuung und spezielle Förderung. Mit Hilfe eines psychiatrischen Konsiliardienstes soll die Aufnahme in psychiatrischen Abteilungen vermieden werden. Der Verein unterstützt die jungen Menschen zusätzlich mit Konzepten aus der Sexualpädagogik, mit geschlechtssensibler Pädagogik sowie der Traumapädagogik.

Zum Abschluss und in alter Tradition verabschiedeten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer kleinen Wanderung zum Kinderheim auf dem Wilhelminenberg.

Der LVkE kann auf zwei intensive und erfahrungsreiche Exkursionstage in Wien zurückblicken. Wir danken unseren Gastgeberinnen und Gastgebern für das interessante Programm und den anspruchsvollen fachlichen Austausch. Der LVkE freut sich hier auf Kolleginnen und Kollegen, mit denen man in Zukunft in einem stetigen gewinnbringenden Austausch bleiben wird.