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Die Zukunft des LVkE im Blick - Mitgliederversammlung stimmt mit überwältigender Mehrheit für Ressourcenaufstockung in der Geschäftsstelle

Hier handelte es sich um ein wichtiges Ereignis, denn in dieser Veranstaltung wurde über die zukünftige Ausrichtung und personelle Ausstattung des Verbandes entschieden.
Als Gäste und besondere Persönlichkeiten durften Herr Stefan Leister, stellvertretender Vorsitzender des BVkE und stellvertretender Vorsitzender und Abteilungsleiter Kinder- und Jugendhilfe der Katholischen Jugendfürsorge Augsburg, Herr Stefan Reither, Vorstandsmitglied des Evangelischen Erziehungsverbandes in Bayern und Leiter des Ernst-Nägelsbach-Hauses in Sulzbach-Rosenberg, Christiane Lankes, Sachgebietsleiterin des Sozialpädagogischen Fachdienstes am Jugendamt der Stadt Regensburg, sowie Werner Kuhn, Leiter des Kreisjugendamtes Regensburg, begrüßt werden.

Eröffnet wurde die Mitgliederversammlung durch einen besinnlichen Wortgottesdienst, der von Landes-Caritasdirektor Prälat Bernhard Piendl persönlich durchgeführt wurde.

Im Anschluss daran folgte der öffentliche Teil der Versammlung,  in dessen Rahmen von der hochkarätigen Referentin Professorin Dr. Karin Böllert ein aufschlussreicher und interessanter Vortrag mit dem Titel "Kinder- und Jugendhilfe im Räderwerk der Reform des SGB VIII" gehalten wurde. Dabei handelt es sich um ein komplexes und hochaktuelles Thema, das von Fachwelt und Politik kontrovers diskutiert wird und für die Zukunft der Einrichtungen der Erziehungshilfe von höchster Bedeutung ist.
Frau Prof. Dr. Böllert doziert und forscht an der Wilhelms-Universität Münster und ist u.a. als Vorsitzende der AGJ (Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe) bundesweit in bedeutende sozialpolitische Prozesse, wie der Neugestaltung des SGB VIII, involviert. Zudem ist sie berufenes Mitglied der Delegiertenversammlung des Deutschen Caritasverbandes.
Entsprechend anschaulich und hervorragend informierte sie über die aktuellen Entwicklungslinien der kommenden SGB VIII-Reform und äußerte sich kritisch über Intransparenz und Widersprüchlichkeiten im laufenden Gesetzgebungsverfahren. Frau Prof. Dr. Böllert resümierte, dass mehr Zeit und Dialog notwendig sind, um „Schnellschüsse“ zu vermeiden und forderte eindringlich, dass eine Spaltung zwischen Fachwelt und Politik unbedingt zu vermeiden ist, um weiterhin konstruktiv und vertrauensvoll an der Weiterentwicklung der Hilfen zur Erziehung arbeiten zu können.
Die anschließende Fachdiskussion wurde von Herrn Joachim Nunner, stellvertretender Gesamtleiter des Kinder- und Jugendhauses Stapf in Nürnberg, moderiert, der zudem als 2. stellvertretender Vorstandsvorsitzender des LVkE tätig ist.

In der nicht-öffentlichen Sitzung der Mitgliederversammlung erfolgte die mit Spannung erwartete Abstimmung über die personelle Aufstockung der LVkE-Geschäftsstelle um eine zusätzliche Vollzeitstelle. In der Diskussion wurde deutlich, dass es in Bezug auf aktuelle Themen wie z.B. der Zuwanderung von jungen Menschen und deren Integration sowie der bereits erwähnten SGB VIII-Reform und den damit verbundenen Änderungen der Rahmenbedingungen Sozialer Arbeit  für den LVkE immer größeren Handlungsbedarf gibt. So ist es für den Fachverband von stetig wachsender Bedeutung, Daten, Zahlen, Fakten zu präsentieren, Argumente zu liefern, Haltung zu zeigen, Entwicklungen mitzugestalten und sich noch stärker in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen.

Mitgliederversammlung Bild 2Die Mitglieder des LVkE während der Versammlung

LVkE-Vorstandesvorsitzender Michael Eibl betonte, wie wichtig es ist, darauf aufmerksam zu machen, was die Erziehungshilfe leistet und was sie für ihr Gelingen noch benötigt. Besonders in sozialpolitischen Prozessen wie z.B. der Kostendiskussion bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen sei zudem gutes Datenmaterial von entscheidender Bedeutung, um jeglicher Form von Populismus wirkungsvoll entgegentreten zu können.

In diesem Kontext stand der Mitgliederentscheid über eine personelle Ressourcenaufstockung in der LVkE-Geschäftsstelle besonders im Fokus der Aufmerksamkeit. Er wurde von den anwesenden LVkE-Mitgliedern sehr positiv bewertet und mit einer überwältigenden Mehrheit von 168 von 181 Stimmen angenommen – ein nachhaltiger Schritt, um dem Verband in seiner wichtigen Lobbyarbeit im Dienste seiner Einrichtungen zukünftig noch mehr Potential und Gestaltungskraft zukommen zu lassen. LVkE-Geschäftsführerin Petra Rummel zeigte sich über das Ergebnis hoch erfreut und wertete das klare Votum als Zeichen der Wertschätzung der Arbeit der Geschäftsstelle und des Vertrauens in die Zukunftsfähigkeit des Gesamtverbandes.

Die Präsentation von Frau Prof. Dr. Böllert mit dem Titel „Kinder- und Jugendhilfe im Räderwerk der Reform des SGB VIII“ können Sie unterhalb dieses Artikels downloaden.

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"Kinder- und Jugendhilfe im Räderwerk der Reform des SGB VIII" - Präsentation von Prof. Dr. Karin Böllert