Aktuelles

LVkE-Vorstandssitzung

Eine Vielzahl an Knoten zu lösen - Der LVkE-Vorstand tagt im B.B.W. Abensberg

Die „Maria Knotenlöserin“ in der Kapelle des B.B.W. St. Franziskus Abensberg wurde im Jahr 2010 von der Münchner Künstlerin Lioba Leibl geschaffen. Der Bronzeguss geht auf eine seltene mittelalterliche Darstellungsform Marias zurück.

Eine Vielzahl an "Knoten zu lösen" hat aktuell auch der LVkE: Denn unsere Gesellschaft und somit auch die Erziehungshilfen befinden sich im Wandel. Altbekanntes wird hinterfragt und umgestaltet, neue Problemfelder und Bedarfe manifestieren sich - eine Fülle an Herausforderungen!
Entsprechend war die Vorstandssitzung des Verbandes, die am Donnerstag, den 12.05.2016 in dessen Abensberger Mitgliedseinrichtung stattfand, von einer enormen Menge an Themenfeldern bestimmt, die im Laufe des Tages mit vollem Einsatz engagiert und kritisch behandelt wurden.

"Papst Franziskus hat einen Traum, er träumt von einem Europa, das in die Gesichter blickt und nicht auf Zahlen, er träume von einem inklusiven Kontinent,wo es kein Verbrechen ist, Migrant zu sein, sondern einen Einsatz für die Würde des Menschen auslöst". Mit diesen Worten eröffnete Michael Eibl, der Vorstandsvorsitzende des LVkE die Sitzung.

Erwartungsgemäß nahm das Thema "unbegleitete minderjährige Flüchtlinge" erneut großen Raum ein. In diesem Kontext hatte der LVkE zusammen mit dem Evangelischen Erziehungshilfeverband (eev) vor kurzem eine gemeinsame Position verfasst, in welcher klar Stellung in Bezug auf die neugefassten Paragraphen 41 und 42a SGB VIII zur Inobhutnahme in Hinblick auf die Verteilung und Aufnahmeverpflichtung der Länder bezogen wurde.
Kritisch betrachtet der LVkE in ferner die Tatsache, dass junge Flüchtlinge bei Erreichen der Volljährigkeit zu einem großen Teil übergangslos aus der Jugendhilfe fallen, obwohl noch massiver Bedarf an entsprechenden Maßnahmen bestehe. "Vor allem gegenüber dieser Altersgruppe haben wir eine besondere Verantwortung, um ihnen ein gelingendes Leben in der Mitte unserer Gesellschaft ermöglichen zu können" so der Tenor des Gesamtvorstandes.

Doch nicht nur junge volljährige Flüchtlinge, sondern viele junge Frauen und Männer in Deutschland sind, z.B. nach Beendigung einer stationären Maßnahme, von dieser Problematik betroffen.In Untersuchungen zu diesem Thema zeigte sich nämlich, dass im Gegensatz zu Kindern, die in ihren Herkunftsfamilien aufwachsen, viele ebendieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen über weniger stabile private Netzwerke und geringere materielle Ressourcen verfügen. Somit muss die Jugendhilfe vor allem bei der Bewältigung des Übergangs von Heim oder Pflegefamilie hin zu einem selbständigen Leben auch weiterhin aktiv und präsent bleiben. Bereits 2011 verfassten der Deutsche Caritasverband und der BVkE hierzu ein entsprechendes Positionspapier (Link siehe unter dem Text).

Auch die Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe ist für den LVkE ein Thema von einschneidender Bedeutung. Aus diesem Grund begrüßt und unterstützt der Verband aktiv die Förderung von Ombudsstellen, um die Rechte der Betroffenen zu stärken.

Eine der größten Arbeitsfelder des LVkE ist ferner die Umsetzung der von Politik und Gesellschaft geforderten Maßnahmen hinsichtlich der Inklusiven Lösung. Hier ist der Fachverband zusammen mit seinen Mitgliedseinrichtungen und kooperierenden Fachverbänden nicht nur bemüht, die notwendigen fachlichen und sozialpolitischen Veränderungen voranzutreiben, sondern auch eine allgemeine Haltungsänderung im Bereich der Erziehungshilfen in Gang zu setzen. Denn Kinder sollten, vor allem in Hinblick auf inkludierende Angebote, nicht als Objekte besonderer Fördermaßnahmen, sondern als Menschen mit besonderen Eigenschaften, ausgehend vom vorhandenen Entwicklungspotential, betrachtet werden.
"Die gesetzliche Reform bietet eine Chance zur Professionalisierung und verstärkten Kooperation der Fachbereiche. Es gilt die Chancen und Risiken auszuloten mit Blick auf die Menschen, die uns anvertraut sind, auf die Kinder, Jugendlichen und ihre Familien und unsere  Mitarbeitenden", ergänzte Petra Rummel, die Geschäftsführerin des LVkE, hierzu.

Zum Abschluss der erfolgreichen Sitzung konstatierte der Vorstand des LVkE, dass der Fachverband in der Lage und willens ist, sich den mutig den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu stellen. "Wichtig ist uns, in einem guten, konstruktiven Dialog mit allen  Beteiligten Lösungen zu suchen" so der LVkE Vorstand.

Links

Positionspapier des DCV und des BVkE von 2011

Hilfen für junge Volljährige- Erwachsenwerden braucht Zeit!