Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Denn diese Kinder und Jugendlichen benötigen den Schutz, die Wärme und Solidarität unserer gesamten Gesellschaft.

Auch für den Bereich der Jugendhilfe gewinnt diese Aufgabe immer mehr an Bedeutung, da der von der Bayerischen Staatsregierung initiierte Systemwechsel in der Betreuung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge dazu führt, dass sich immer mehr Träger der Kinder- und Jugendhilfe mit großem Engagement diesen Adressaten zuwenden.

Doch mit der Erschließung dieses neuen und wichtigen Betätigungsfeldes mehren sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern natürlich Fragen und Unsicherheiten im Umgang mit dieser Zielgruppe.
Aus diesem Grunde veranstaltete der Landesverband Bayern in Kooperation mit dem LVkE, Landesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe in Bayern, am 02.04. dieses Jahres einen Workshop, um den Praktikerinnen bzw. Praktikern und Interessierten einen Einblick in die Thematik zu gewähren. Ferner sollten gemeinsam die wichtigsten offenen Fragen geklärt und neue Perspektiven entwickelt werden.

Unter dem Titel "Fremde Welten? Neue Antworten!" fanden sich somit ca. 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus bayernweit verteilten Einrichtungen zusammen, um in einen anregenden und für alle Seiten ergiebigen Austausch zu gelangen. So wurden im Laufe der Veranstaltung durch den Referenten für Migration des LCV, Herrn Wagner, vor allem rechtliche Fragestellungen behandelt. Ergänzend konnten bereits erste Vernetzungsmöglichkeiten ausgelotet werden.
Auch wenn der Tag von der überwiegenden Mehrheit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als gewinnbringend und positiv erlebt wurde, zeigte eine erste Auswertung, dass der Bedarf an fachlicher Unterstützung weiterhin vorhanden ist. Denn aufgrund der Tatsache, dass es sich bei der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen um eine neue Praxislandschaft handelt, die sich folglich erst entwickeln muss, benötigen die meisten Einrichtungen bzw. ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich Unterstützung: So wurden Forderungen nach pädagogischen Standards und kollegialer Beratung ebenso geäußert wie die Notwendigkeit von Beistand und Sicherheit bei rechtlichen und strukturellen Belangen. Ein ganz zentraler Punkt kristallisierte sich heraus: Die Finanzierung der jeweiligen Maßnahmen und die Gewinnung und Qualifizierung von Fachkräften im Hinblick auf interkulturelle Kompetenzen.

Insgesamt betrachtet kann der Workshop "Fremde Welten? Neue Antworten!" vom 02.04.2014 als Grundstein für die Vernetzung und fachliche Weiterentwicklung eines neu geschaffenen Jugendhilfesektors gesehen werden. Es bleibt zu hoffen, dass weitere erfolgreiche Veranstaltungen dieser Art folgen werden.