Gremien

Vorstandssitzung: "Der LVkE und seine Einrichtungen beschäftigen sich mit bayernweit höchst relevanten Themen der Jugendhilfe..."

Der Vorstand des LVkE traf sich am 10.10.2017 in einer seiner Mitgliedseinrichtungen Therapeutisches Heim Sankt Joseph im Sozialdienst katholischer Frauen e.V. (SkF) in Würzburg, um dort ausgehend von einer Bestandsaufnahme der letzten Jahre über die neue Amtsperiode in 2018 sowie seine zukünftigen strategischen Ziele zu beraten:

Am 22.10.2014 wurde ein neuer Vorstand gewählt, seit dieser Zeit hat der LVkE eine eindrucksvolle Entwicklung durchlebt. Gesellschaftliche wie auch sozialpolitische Herausforderungen haben eine Professionalisierung gefordert, die sich heute vor allem in der intensiven politischen Lobbyarbeit des Verbands widerspiegelt. Michael Eibl verdeutlicht: "Es geht um Themenbereiche, die gesellschaftlich hoch relevant sind. Wir brauchen Politiker, die uns den Rücken stärken." Daher steht der LVkE stetig in einem intensiven Austausch mit entscheidungsrelevanten Politikern sowie Meinungsträgern und Kooperationspartnern. Auf diese Weise vertritt der LVkE die Interessen der Kinder, Jugendlichen und deren Familien sowie des Fachpersonals in der Jugendhilfe. Die Gespräche mit u.a. Ulrike Bahr, MdB, Kerstin Schreyer, Bayerische Integrationsbeauftrage und Staatssekretär Johannes Hintersberger, bieten die Möglichkeit in den Dialog zu treten, Missverständnisse zu beseitigen und Verständnis sowie Bewusstsein für spezifische Bedarfe zu schaffen.

Auch durch die neue Veranstaltungsreihe "Der LVkE im Dialog" schuf der Verband einen Raum zum Austausch für die verschiedenen Akteure in der Erziehungs- und Jugendhilfe. Darunter fallen Vorstandssitzungen, Fachtage, Fachgespräche etc. zu denen entscheidende Expertinnen und Experten, Politikerinnen und Politiker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertretungen der öffentlichen und freien Jugendhilfe, aber auch Jugendliche selbst geladen sind, um in einem perspektivenreichen Diskurs voneinander zu lernen. "Hier wird ein Sozialraum geschaffen, der ein Gewinn für alle Beteiligten ist", so Irmgard Mühl und auch die Geschäftsführung Petra Rummel ist der Ansicht: "Wir bleiben unserem Prinzip, dem Dialog, treu und zwar auf allen Ebenen." Der LVkE setzt sich mit den relevanten Themen auseinander, bringt seine fachliche Expertise ein und steht für einen vielfältigen (Erfahrungs-) Austausch. Eine besondere Bedeutung erhält die Veranstaltungsreihe auch durch das Anliegen den Mitgliedern durch Beteiligung ein Sprachrohr zu bieten. Sie stellen die Einrichtung mit Fachexpertise zur Verfügung, wodurch die Teilnehmenden einen Einblick in die vielfältige Arbeit erhalten. "Wesentlich ist, dass der LVkE regional auftritt", betonen Emil Hartmann und Karl-Heinz Weiß. Auch in Zukunft soll dieses Format unter den Stichworten Dialog und Netzwerk weiter etabliert werden.

Die enge Verknüpfung mit den Diözesen ermöglicht dem LVkE, auch durch in den letzten Jahren entsprechend entwickeltes Informationsmanagement, an der Basis und in der Praxis seine Mitglieder, im Sinne eines Dienstleisters, bestmöglich zu unterstützen. Die Verzahnung ermöglicht einen Einblick in die Bedürfnisse und Herausforderungen, welche entsprechend in den Fachforen bearbeitet werden. "Es ist wichtig, die Diözesen zu beteiligen und in die Arbeit des Spitzenverbands einbringen zu können", betont Michael Eibl. Derzeit drängende Themen sind im Bereich der Fachkräfte bspw. der Mangel an qualifizierten Psychologinnen und Psychologen oder die Auseinandersetzung mit dem Modell OptiPrax und der Möglichkeit einer berufsbegleitenden Erzieherausbildung. Benachteiligte Jugendliche stehen derzeit ebenfalls vor großen Herausforderungen, wenn es um ihre beruflichen Perspektiven geht.

Bei all dem geht es auch um das Image der Kinder- und Jugendhilfe. Häufig stehen monetäre Leistungen im Zentrum der Debatten. Ein weiteres zentrales Thema der Vorstandssitzung war daher der Social Return on Invest, als wirtschaftlicher Rückfluss von Investitionen im sozialen Bereich. Hierbei werden wirtschaftlich nicht nur die finanziellen Leistungen berücksichtigt, sondern ein besonderer Fokus auf den gesellschaftlichen Mehrwert gelegt, den die soziale Einrichtung erbringt. "Ein soziales Dienstleistungsunternehmen kann genauso wertvoll sein, wie jedes andere", so Wolfgang Berg. Der Social Return on Invest soll zukünftig in der strategischen Argumentation des LVkE Berücksichtigung finden.

Im Oktober 2018 findet die Mitgliederversammlung statt, in der ein neuer Vorstand gewählt wird. Die statistische Analyse soll zukünftig eine besondere Rolle spielen, um so im weiteren Vorgehen auf fundierte Fakten zurückgreifen zu können. Außerdem werden die Themen Dialog der Kulturen sowie Religiosität debattiert. Wie geht man mit dem Wertewandel um? Wie gibt man Kindern, Jugendlichen und Fachpersonal Halt in schwierigen Situationen? Welche Wertehaltung vertritt der LVkE, wie wird er sich weiterentwickeln? Dem Gesamtvorstand geht es strategisch darum nach innen zu wirken, eine Identität zu etablieren und gleichzeitig nach außen zu wirken, um dort fachliches Know-how zu transportieren.

Als Resümee dieser intensiven Sitzung konnte von allen festgehalten werden, dass der LVkE in den letzten Jahren eine intensive Entwicklung hin zur Professionalisierung erfahren hat, aber weitere Schritte gehen will, um innen wie außen noch mehr Präsenz zu zeigen.

In einer Führung durch die Einrichtung Therapeutisches Heim Sankt Joseph erhielten die Vorstandsmitglieder vom Einrichtungsleiter Dr. Norbert Beck einen Einblick in die Arbeit mit den Jugendlichen. 1911 gegründet erhielten dort zunächst gefallene und gefährdete Mädchen Schutz und Unterstützung. Nach dem Krieg wurde das Heim neu aufgebaut und gilt als eine der ersten psychotherapeutisch-heilpädagogischen Stationen. Vor allem beim Neubau 1982 wurde auf eine besondere Verzahnung von Architektur und den Bedürfnissen der Pädagogik geachtet. Heute ist Sankt Joseph Teil des Jugendhilfeverbunds Überregionales Beratungs- und Behandlungszentrum. Selbst erhalten Kinder, Jugendliche und deren Familie dort Unterstützung unter anderem durch heilpädagogische Tagesstätten, Erziehungsberatungsstellen und einer Schule zur Erziehungshilfe. Nähere Informationen zur Einrichtung erhalten Sie über unten angeführten Link.