Politik

"Wir müssen den Menschen sehen..."

Zentrale Gesprächspunkte waren Ausbildung und berufliche Perspektiven, Abschiebung von jungen Flüchtlingen sowie die Finanzierung notwendiger Maßnahmen. Auch die Zusammenarbeit zwischen professionellen Helfern und ehrenamtlich Tätigen wurde als gewinnbringende Unterstützung thematisiert. Im besonderen Fokus stand jedoch die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung der jungen Geflüchteten.

“Wir müssen den Menschen sehen, dem Menschen gerecht werden und dürfen dabei keine falschen Hoffnungen wecken”, so Kerstin Schreyer. Wie auch dem LVkE geht es ihr vor allem darum die Biografie des Einzelnen zu berücksichtigen, den individuellen Bedarf festzustellen und im Anschluss eine passgenaue Unterstützungsleistung zu bieten. Im Falle einer Rückführung sei der rechtsstaatliche Rahmen einzuhalten, gleichzeitig dürfe die Menschlichkeit jedoch nicht hintangestellt werden, denn „unbegleitete minderjährige sowie junge erwachsene Flüchtlinge benötigen spezifische Hilfsangebote, das reguläre Verfahren darf sich aber nicht ändern.“

Der Vorstand des LVkE stimmte den Ausführungen zu und spricht sich für ein strukturiertes Vorgehen aus, um die Ungewissheit der Flüchtlinge über ihren Verbleib und ihre Zukunft und damit einhergehend die Unsicherheit, die häufig zu depressiven Zuständen bei den jungen Menschen führt, zu beseitigen. Fehlindikationen können dadurch verhindert und teure Umstrukturierungen vermieden werden. 

2016 betreuten der LVkE zusammen mit der KJS Bayern knapp 3000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Derzeit sinkende Zahlen machen eine Rückkehr von humanitären Notmaßnahmen zu regulären fachlichen Standards möglich. Diese Prozesse möchte der LVkE stärken.

Um diese passgenauen Hilfen auch umsetzen zu können, ist laut Michael Eibl, Vorstandsvorsitzender des LVkE, „ein partnerschaftlicher Dialog zwischen Politik und freien Trägern notwendig“. Nur so können gemeinsam die Perspektiven für Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Bayern weiterentwickelt werden.