Pressemitteilung

Bayerischer Weg bewährt sich: Förderschulen stehen für Inklusion

Pressemeldung

München / Regensburg, den 25. Oktober 2019

Michael Eibl"Die Förderschulen in Bayern sorgen für eine individuelle Förderung von fast 20.000 Schülern und arbeiten eng mit den Regelschulen zusammen. Der Bayerische Weg der Inklusion im Bildungssystem, der sowohl eine Begleitung von Kindern mit Behinderungen in Regelschulen als auch die Öffnung der Förderschulen für Schüler ohne Behinderungen ermöglicht, hat sich bestens bewährt", stellt Michael Eibl, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) Regensburg, fest. Er wurde aktuell erneut einstimmig zum Vorsitzenden der Landesarbeitsgemeinschaft der Förderschulen in katholischer Trägerschaft in Bayern gewählt.

Weitgehend unbekannt ist, dass viele Schüler an bayerischen Förderschulen reguläre Abschlüsse erreichen. So haben allein bei der KJF im Bistum Regensburg in 2019 an Förderschulen und Förderberufsschulen 288 junge Menschen den Mittelschulabschluss, davon 16 den Qualifizierenden Mittelschulabschluss, und weitere 20 den Realschulabschluss erreicht.

Die Inklusionsklasse an der Bildungsstätte St. Wolfgang Straubing, ein Förderzentrum mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung der KJF Regensburg, weist ein hohes, über dem bayernweiten Durchschnitt liegendes Niveau bei den Übertritten nach der 4. Jahrgangsstufe auf. So gab es im Schuljahr 2017/2018 mit 77 % der Jungen und 66 % der Mädchen, im Schuljahr 2018/2019 mit 57,1 % der Jungen und 50 % der Mädchen überdurchschnittlich viele Übertritte ans Gymnasium. Bayernweit sind es im Vergleich dazu 2018/2019 38 % Jungen und 41,2 % Mädchen, die nach der 4. Klasse der Grundschule an ein Gymnasium wechselten. Der Anteil an Kindern in der Bildungsstätte St. Wolfgang, die an die Mittelschule wechseln, entspricht in etwa dem Bayernschnitt, was bei den überdurchschnittlich vielen Kindern mit Förderbedarf sehr beachtlich ist. Die Vergleichszahlen im bayernweiten Kontext stammen aus der am 6. September 2019 veröffentlichten Drucksache des Bayerischen Landtags auf eine schriftliche Anfrage der Abgeordneten Dr. Simone Strohmayr und Margit Wild (SPD) vom 23.05.2019 zu den Übertrittszahlen in Bayern.

Bundesweite Untersuchungen lassen in der Regel außeracht, dass in den ausgezeichneten Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung viele Schülerinnen und Schüler nach einer etwas längeren und individuelleren Förderung diese Abschlüsse schaffen. "Nicht der Zeitpunkt ist entscheidend, sondern die Qualität! Das sind uns unsere Schüler wert", stellt Michael Eibl deutlich heraus. In den nächsten Jahren will er als Vorsitzender der LAG Förderschulen in Bayern mit seinen Stellvertretern Wolfgang Luther von der KJF Augsburg, Rudolf Hoffmann und Daniela Schweitzer von der Caritas in Würzburg die Schulen mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung stärken. Denn während sich die Herausforderungen in der Erziehungshilfe gesteigert haben und immer mehr therapeutische Intensiv-Einrichtungen gebraucht werden, ist die Versorgung bei den sogenannten "E-Schulen" nicht ausgebaut worden.

Eibl dankte Wissenschaftsminister Bernd Sibler für die Schaffung von drei neuen Lehrstühlen Sonderpädagogik in Regensburg: "Das ist ein Meilenstein in der Sonderpädagogik. Wir können damit den Unterricht für Schüler in Notsituationen verbessern." Eibls Dank galt weiter Landes-Caritasdirektor Bernhard Piendl und Geschäftsführer Norbert Witt, welche "unsere Arbeit ausgezeichnet unterstützen und für eine gute Vernetzung in die deren sozialen Bereiche sorgen."

Text: Michael Eibl / Christine Allgeyer

Bild: Juliane Zitzlsperger, www.neverflash.photo; Portraitfoto Michael Eibl: Uwe Moosburger, www.altrofoto.de