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"Die Kirche muss mit gutem Beispiel vorangehen!"

"Schützt unsere Kinder", mit diesen Worten eröffnete Michael Eibl, Vorsitzender des LVkE, die erste konstituierende Vorstandssitzung am 21.11.2018 im Therapeutischen Heim Sankt Joseph in Würzburg. "Das Forschungsprojekt "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" zeigt mit seinen Ergebnissen, wie notwendig diese wissenschaftliche Aufarbeitung ist. Die katholischen Laien unterstützen die Bischöfe in ihren Anliegen, den Opfern auf Augenhöhe zu begegnen, zuzuhören, Entschädigungen und Hilfeleistungen zu erbringen," sagt er anschließend. Die katholischen Sozialeinrichtungen könnten anhand ihrer Erfahrungen mit Missbrauchsopfern die Bischofkonferenz unterstützen. Erschreckend sei die polizeiliche Kriminalstatistik zu den Kindern und Jugendlichen, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden. "Wenn wir unsere Kinder und Jugendlichen wirklich schützen wollen, müssen sich alle gesellschaftlichen Kräfte dieser Herausforderung stellen. Die Kirche muss mit guten Beispiel vorangehen", sagt Eibl. Näheres zu diesem wichtigen Thema finden Sie im Statement "Schützt unsere Kinder" auf unserer Homepage.

Anschließend begann die erste Sitzung nach der Wahl eines neuen Vorstandes am 10.10.2018 mit einer kleinen Rückschau zur Mitgliederversammlung. Hier war man sich einig, dass in den letzten vier Jahren "viel in Bewegung gekommen ist und das ist auch bei allen angekommen", wie Otto Bezold von der Caritas Jugendhilfe in Bamberg es treffend zusammenfasste. Als besonders bereichernd empfanden es alle, dass Joachim Unterländer als berufenes beratendes Mitglied nun Teil der Vorstandschaft ist. Im neu gewählten Vorstand gibt es einige altbekannte Mitglieder, aber auch das ein oder andere neue Gesicht in der Runde, die durch den Vorsitzenden Michael Eibl und die Geschäftsführerin Petra Rummel in die Thematiken des LVkE eingeführt wurden

Viele Themen, die in der letzten Wahlperiode des LVkE relevant waren, wie z.B. "ehemalige Heimkinder" und "Prävention von Missbrauch" haben an Aktualität nicht verloren, teilweise hat sich der Inhalt etwas verlagert. So mussten z.B. zwar viele Einrichtungen ihre Gruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) aufgrund des Rückgangs schließen, doch gerade im Bereich der Berufsausbildung gibt es für Viele noch Herausforderungen zu meistern, wie z.B. die Unsicherheit, trotz Ausbildung abgeschoben zu werden. Auffällig hierbei sei der uneinheitliche Umgang der verschiedenen Kommunen mit diesem Thema. 

Eines der Schwerpunktthemen in dieser Wahlperiode ist der Fachkräftemangel in der Erziehungshilfe. So konstatierte der Vorstand hier, dass es im Ausbildungsbereich flexiblere Möglichkeiten geben müsse, auch für QuereinsteigerInnen und Teilzeitausbildungen, die den Einstieg auch im erfahreneren Alter anbieten. 

Ein weiterer wichtiger Bereich sind die sogenannten Systemsprenger oder Systemverlierer - Kinder und Jugendliche, die sich in den derzeitigen Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe nicht zurechtfinden. Dieses Problem muss künftig individueller und differenzierter betrachtet werden. 

Und das ist noch lange nicht alles, denn auch die Bereiche Investitionskosten, Ombudschaftswesen und SGB VII Reform werden den LVkE Vorstand in dieser Wahlperiode begleiten und auf Trab halten. Damit diese Fachthemen die nötige Expertise bekommen, wurden in der Vorstandssitzung entsprechende Gremien und Fachausschüsse und deren Leitungen eingesetzt. 

Insgesamt betrachtet stehen dem LVkE und seinen Funktionsträgern spannende und arbeitsreiche Zeiten bevor, jedoch werden die kommenden Herausforderungen gerne angenommen - der neue Vorstand ist hierfür bereit! 


Anmerkung: Die Köpfe, die auf unserem Bild zu sehen sind, entstanden in einem Kunstprojekt mit Jugendlichen des Therapeutischen Heims Sankt Joseph. Mit dem Holzbildhauer Johannes Hepp wurde zunächst mit der Kettensäge die grobe Struktur des Tierkopfes vorgearbeitet, die Fertigstellung erfolgte dann durch die Jugendlichen unter Anleitung von Herr Hepp mit dem Stechbeitel. So ist eine Tiergruppe aus einem Löwen-, einem Ziegen-, einem Bären- und einem Hirschkopf entstanden. Kunstprojekte mit externen Künstlern gehören immer wieder zu den heilpädagogischen Angeboten der Einrichtung.