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Vorstandssitzung

„Ich will, dass ihr Wirbel macht“

 "Ich will, dass ihr Wirbel macht", zitiert Michael Eibl, Vorsitzender des LVkE, in seinem Impuls zu Beginn der Vorstandssitzung Papst Franziskus. Junge Menschen brauchen Perspektiven und Zukunftsaussichten - und um diese jungen Menschen ging es auch an diesem intensiven Tag im Erziehungshilfezentrum Adelgundenheim in München.

Ein zentrales Thema der Vorstandssitzung war der beschlossene Doppelhaushalt der Bayerischen Staatsregierung. Dieser stellt dem Sozialministerium zwar viele zusätzliche Mittel bereit - doch sind diese an feste Posten, wie z.B. die Kindertagesstätten, geknüpft. Da bleibt wenig Geld für die Erziehungs-, Kinder- und Jugendhilfe, die dringend in den Bereichen Investitionskosten von sanierungsbedürftigen Einrichtungen und Ausbau von Angeboten, wie der aufsuchenden Erziehungsberatung, benötigt werden. Genauso wie die Frage der Finanzierungen, zog sich der Fachkräftemangel wie ein roter Faden durch die meisten weiteren Diskussionspunkte, wie Qualität, Abwerbungen durch Arbeitsmarktzulagen und Inklusion bzw. SGB VIII Reform.

Männer am Tisch Um die SGB VIII Reform ging es auch bei dem nachmittäglichen Diskurs mit dem geladenen Gast Dr. Christian Lüders, Abteilungsleiter Jugend und Jugendhilfe beim Deutschen Jugendinstitut (DJI), München. Er wies unter anderem daraufhin, dass die Reform nicht abgekoppelt von dem möglichen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung in Grundschulen gesehen werden darf. Bei den bisherigen fachlichen Debatten werden die verschiedenen Themen SGB VIII Reform und Rechtsanspruch auf Ganztag getrennt diskutiert. Dabei muss laut Dr. Lüders eigentlich beides zusammengedacht werden. Die Aufgabenfelder beinhalten viele gemeinsame Schnittstellen. Wenn Kinder und Jugendliche zunehmend im Ganztag betreut werden, hat dies zwangsläufig Auswirkungen auf andere Betreuungsmaßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe. 

Die Folgen, die der Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung auf die Kinder- und Jugendhilfe haben könnte, sei nach Dr. Lüders noch nicht bei den Betroffenen angekommen. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken und zu warten, was die Politik entscheidet, fordert Michael Eibl die Anwesenden dazu auf, das auch als Herausforderung und Chance zu sehen, eigene Angebote, auch aus Synergien wie z.B. mit Schulen, zu entwickeln und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.