Katholische Jugendfürsorge verlässlicher Partner auch in Krisenzeiten

Die Verantwortlichen in der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) haben die Entwicklungen während der Corona-Krise von Anfang an im Blick und reagieren mit erforderlichen Vorkehrungen und Vorsichtsmaßnahmen. "Wir haben bereits im Februar in der Geschäftsstelle einen Krisenstab eingerichtet und weitere Krisenstäbe in der ostbayerischen Region", erklärt KJF-Direktor Michael Eibl, "Die Betreuung und der Schutz der Kinder, Jugendlichen und Menschen mit Behinderung stehen an oberster Stelle. Ich bin sehr dankbar, dass wir mit vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch im Krisenmodus die Versorgung sicherstellen können", so Eibl weiter.

Wichtige Funktionen sind stabil

In der Geschäftsstelle der Katholischen Jugendfürsorge in Regensburg arbeiten die Bereiche Direktion, Fachabteilungen, die Abteilungen Personal und Wirtschaft/Finanzen eng zusammen und erhalten alle wichtigen Funktionen für die über 70 Einrichtungen an etwa 140 Standorten aufrecht. "Es ist uns sehr schnell gelungen Heimarbeitsplätze einzurichten", erklärt Michael Eibl, "wir sind digital gut vernetzt und können zeitnah reagieren. Die Basis steht und ist belastbar, das ist das Wichtigste, damit wir die Leistungen für die uns anvertrauten Menschen auch weiterhin zuverlässig erbringen können."

Dringend notwendige Leistungen für Menschen mit Behinderung werden aufrechterhalten

In allen ambulanten Diensten, den Beratungsdiensten und im Sozialpädiatrischen Zentrum St. Martin der KJF in Regensburg ist das Fachpersonal anwesend und versucht dringend notwendige Leistungen für Familien mit behinderten Kindern auch im direkten Kontakt zu erbringen. Für das Sozialpädiatrische Zentrum gilt: Eltern sollen bitte zuerst telefonisch Kontakt aufnehmen und dann wird das weitere Vorgehen geklärt. "Wir arbeiten trägerseitig gerade mit Hochdruck daran, für besondere Sachverhalte Videokonferenzen zu ermöglichen", sagt Michael Eibl. Besonders in der Beratungsarbeit könnten damit Angebote ohne den sonst üblichen Publikumsverkehr aufrechterhalten werden.

Notfallversorgung in den Regionen

Eltern mit kleinen Kindern, die Leistungen der Frühförderung in Anspruch nehmen, können sich telefonisch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wenden. Diese fahren jedoch zunächst nicht in die Familien, es sei denn, es handelt sich um dringende Fälle. Alle Schulen und Tagesstätten der KJF sind geschlossen, eine Notfallversorgung wird in den Regionen aufgebaut. Die Betreuung von schwerbehinderten Kindern und Jugendlichen wird sichergestellt und individuell vereinbart. Das alles bedeutet im Hintergrund Kaskaden von Informations- und Abstimmungsläufen. "In der KJF bewältigen wir dies solidarisch und mit der gebotenen Ruhe und Umsicht", stellt Michael Eibl heraus.

Allgemeinverfügung für Werkstätten und Förderstätten

Werkstätten und Förderstätten sind auf Anordnung der Bayerischen Staatregierung ab 18. März bayernweit geschlossen. In den KJF Werkstätten erfüllt das Fachpersonal ohne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung, für die ein Betretungsverbot gilt, dringend erforderliche Produktions- und Dienstleistungsaufträge, wie zum Beispiel die Wäscheversorgung für Krankenhäuser und den Küchenbetrieb. Überdies werden Notgruppen bereitgestellt. Hans Horn, Geschäftsführer der KJF Werkstätten hat in dieser Ausnahmesituation ganz klare Prioritäten: "Der Schutz besonders gefährdeter Menschen erfordert diese Maßnahmen."

Krisenbewältigung in bestehenden Strukturen

In den Wohngemeinschaften der KJF für etwa 500 Menschen mit Behinderung ist die Betreuung weiter gewährleistet. Ein Kraftakt für die Einrichtungen, die dies auch mit Personal aus Nachbareinrichtungen bewältigen. Die Dienste des Ambulant unterstützten Wohnens leisten weiterhin die erforderliche Betreuung und Begleitung. Auch die Ausbildungseinrichtungen bzw. Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation für junge Menschen mit Beeinträchtigungen halten den Betrieb weitgehend aufrecht, solange es keine anderweitigen Vorgaben gibt. Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, in den Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern beraten die Fachkräfte telefonisch, in dringenden Fällen ermöglichen sie eine persönliche Beratung. Gleiches gilt für die Ambulante Dienste, Vormundschaften und die rechtliche Betreuung: Das Fachpersonal ist telefonisch erreichbar und erbringt die dringend notwendigen Unterstützungsleistungen. Lediglich persönliche Kontakte werden auf das unbedingt Notwendige beschränkt. In den drei Kinder- und Jugendhilfezentren in Regensburg, Windischeschenbach und Wunsiedel gewährleistet die KJF im gesamten stationären Bereich die Betreuung der Kinder und Jugendlichen weiterhin.

"Dass wir auch im Krisenmodus ein verlässlicher und stabiler Partner für die uns anvertrauten Menschen sind, gelingt uns nur mit unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", stellt Michal Eibl heraus, "ihnen allen gilt mein Dank und meine Anerkennung. Es tut gut, sich in dieser Gemeinschaft gehalten zu wissen."

Text: Michael Eibl / Christine Allgeyer