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Kinder- und Jugendhilfe meistert eine weitere Krise

Sitzung StMAS Dr. Gruber Amtschef und LVkE

Oben li: Dr. Gruber, Hr. Späth, Fr. Gold
Oben re: Fr. Rummel
Unten li: Hr. Eibl
Unten re: Hr. Mayer

Bei einem ersten Kennenlernen achtet man auf vieles. Man schaut sich in die Augen, achtet auf den ersten Händedruck, das Umfeld und die Mimik des Anderen. Corona hat nicht nur in dieser Hinsicht einiges verändert. Trotzdem war das erste Kennenlerngespräch zwischen dem Amtschef Dr. Markus Gruber des StMAS, dem Vorsitzenden des LVkE Michael Eibl, seinem Stellvertreter Markus Mayer und LVkE-Geschäftsführerin Petra Rummel, ein guter erster Einstand. Auf Seiten des StMAs waren außerdem Philipp Späth, Leiter der Abteilung "Familienpolitik, Frühkindliche Förderung, Kinder- und Jugendhilfe", sowie Isabella Gold, Leiterin des Referats "Jugendhilfe" und stv. Leiterin der Abteilung "Familienpolitik, Frühkindliche Förderung, Kinder- und Jugendhilfe", bei der Videokonferenz anwesend.

Ein wichtiges Thema war die Corona-Krise. Alle Anwesend waren sich hier einig: Die Kinder- und Jugendhilfe ist krisenerprobt und hat die aktuellen Erschwernisse bisher gut gemeistert, auch wenn es an Herausforderungen, wie der 24-Stunden-Betreuung bedingt durch Schulschließungen und der Umsetzung der Quarantänebestimmungen im Gruppenkontext - um nur ein paar zu nennen - nicht gemangelt hat. Die Einrichtungen haben schnell und flexibel reagiert, das Sozialministerium hat durch ihre kontinuierliche Informationspolitik sehr gut unterstützt. Die hier von allen Beteiligten mit hoher Flexibilität und Professionalität geleistete Arbeit wird von Staatsministerin Carolina Trautner, wie des Öfteren in Pressemitteilungen betont, aber auch im ganzen Ministerium gesehen, anerkannt und wertgeschätzt. Klar ist aber ebenso, dass es aktuell große Probleme gibt, die noch Nachwehen nach sich ziehen werden, von der teilweise ausgesetzten ambulanten Betreuung bis hin zur wichtigen Finanzierungfrage des Mehraufwandes. Hier wurden die ersten Weichen zu Gesprächen, u.a. mit dem Landkreis- und Städtetag, gestellt. Eine fachliche und inhaltliche Evaluation der letzten Monate wäre daher, aus Sicht des LVkE, wünschenswert, um aus der aktuellen Lage Schlüsse für die Zukunft zu ziehen: Was hat sich bewährt? Was kann fortgeführt werden? Wo muss, z.B. beim Ausbau der Digitalisierung in den Einrichtungen und Diensten, noch nachgebessert werden? Trotz der aktuellen Lockerungen, bereitet sich die Kinder- und Jugendhilfe weiterhin professionell darauf vor, dass auch nach den Sommerferien kein "Normalbetrieb" möglich sein wird. Der LVkE wünscht sich für die Kinder- und Jugendhilfe einen engeren Austausch mit dem Kultusministerium, da die Bereiche der Erziehungshilfe und z.B. der Schulen mittlerweile immer mehr Schnittstellen bilden.

Weitere Themen und Anknüpfungspunkte waren die Investitionskosten bei Sanierungen von stationären Einrichtungen, die bereits durch die vorherige Staatsministerin Kerstin Schreyer vorangebracht wurden und an denen Isabella Gold und Klaus Schenk, stellv. Referatsleitung Jugendpolitik, Jugendhilfe, mit Michael Eibl und weiteren Vertreter*innen der Freien Wohlfahrt arbeiten. Wichtig ist Eibl in diesem Punkt insbesondere die Trägervielfalt zu erhalten und kleinen Trägern die Möglichkeit zur dringenden notwendigen Sanierung zu geben.

Ein Erfolg für alle Teilnehmer*innen ist das Voranschreiten des Ombudschaftswesens in Bayern im Sinne einer unabhängigen Beschwerdestelle, das unter anderem aus der Auseinandersetzung mit dem Thema "Ehemalige Heimkinder" nochmal einen Anstoß bekommen hat - ein toller Erfolg und wichtiger Meilenstein für die Umsetzung von Partizipation in der Kinder- und Jugendhilfe!