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"Ein unschätzbarer Mehrwert für unsere Gesellschaft"

Ombudsstellen vertreten Kinder, Jugendliche und ihre Familien bei Beschwerden gegenüber einer Einrichtung oder dem Jugendamt. Auf dieser Weise soll den Zielgruppen der Kinder- und Jugendhilfe wirksame Unterstützung gewährt und eine hörbare Stimme verliehen werden. 
Diese Stellen sind somit ein wichtiger Baustein zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention und dienen als gutes Beispiel für gelebte Partizipation in der Kinder- und Jugendhilfe - ein Thema, das immer stärker in den Fokus von Betroffenen und Fachwelt gerät.

Schon frühzeitig hat der LVkE e.V. die Bedeutung eines Ombudschaftswesens für die Kinder- und Jugendhilfe erkannt und sich seit 2010 mit seiner Expertise und großem Engagement für die Errichtung einer entsprechenden Stelle in Bayern stark gemacht: So konnte der Landesverband im Rahmen von Workshops und Fachgesprächen wichtige Impulse setzen und durch intensive sozialpolitische Netzwerktätigkeit wirksame Überzeugungsarbeit leisten. 

Auf Basis eines Landtagsbeschlusses wurde im gleichen Jahr eine Arbeitsgruppe gebildet, die einen breit angelegten landesweiten Dialog- und Entwicklungsprozess in Gang bringen konnte. "Das Besondere am Bayerischen Weg ist somit, dass ombudschaftliche Vertretungen nicht durch vereinzelte Initiativen von Fachkräften geschaffen, sondern von einem breiten überkonfessionellen, multiprofessionellen Bündnis aus Fachwelt und Politik mitgetragen wurden", berichtet LVkE-Geschäftsführerin Petra Rummel. So waren an den entscheidenden Prozessen der Bayerische Landtag, das Bayerische Sozialministerium, der Landesjugendhilfeausschuss, das Landesjugendamt, der Bayerische Jugendring, der Verein "Unabhängige Ombudsstelle für die Kinder- und Jugendhilfe in Bayern e.V.", sowie Jugendämter, freie Träger, Einrichtungen, Fachverbände und engagierte Einzelpersonen beteiligt. 

Dies zeigt deutlich, welch besondere Bedeutung dem Ombudschaftswesen in unserem Bundesland beigemessen wird und welch institutionelle Aufwertung das Thema insgesamt erfährt: So hat das Bayerische Sozialministerium u.a. einen Fördertopf von 1 Mio. € bereitgestellt, um ein mehrjähriges Modellprojekt zu installieren.

Michael Eibl, Vorsitzender des LVkE, äußert sich aus diesem Grund zuversichtlich zur weiteren Entwicklung des Ombudschaftswesens für die Kinder- und Jugendhilfe in Bayern: "Die Voraussetzungen hier bei uns sind gut, um nach einer Erprobungsphase der Modellprojekte wirksame und heterogene Strukturen zu schaffen. Wir vom LVkE sind stolz, diese Entwicklung mitgestaltet zu haben, und sind sehr froh, dass wir in Bayern diesen Weg beschreiten und auf diese Weise einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung in der Kinder-und Jugendhilfe leisten. Auch künftig werden wir den Prozess aktiv begleiten." 

Ein starkes, unabhängiges Ombudschaftswesen dient schließlich nicht dem Selbstzweck, sondern kommt vor allem den Betroffenen zugute. "Durch gelebte Partizipation verhelfen wir den jungen Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe zu ihrem Recht und unterstützen ihre Entwicklung zu mündigen und selbstbewussten Bürgern - ein unschätzbarer Mehrwert für unsere Gesellschaft", so Michael Eibl.