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"Keine Hilfen nach Kassenlage!"

„Fragt doch mal uns!“- die aktuelle Imagekampagne des LVkE e.V. unter Schirmherrschaft von Sozialministerin Carolina Trautner- stand hierbei ganz besonders im Fokus, natürlich unter dem Gesichtspunkt Corona. Denn diese Pandemie stellte alle Einrichtungen der Erziehungshilfe vor noch nie dagewesene Herausforderungen. So müssen u.a. Kinderzentren Hilfen rund um die Uhr anbieten, wenn Schulen geschlossen sind. Darüber diskutierten Funktionäre des Landesverbandes mit den Gästen Stefanie Krüger, geschäftsführendes Präsidialmitglied des Bayerischen Bezirketags und Herrn Georg Falterbaum, Direktor des Diözesancaritasverbandes der Erzdiözese München und Freising sowie Joachim Unterländer, Vorsitzender des Diözesankomitees der Katholiken.

Eröffnet wurde der Neujahrsbrunch mit Expertenstatements aus den Reihen des LVkE, in denen die aktuelle Lage der Dienste und Einrichtungen der Erziehungshilfen anschaulich dargestellt werden konnte. Hierbei vertrat Karl-Heinz Weiß den Stationären Bereich, Eckhart Wolfrum die Inklusive Tagesbetreuung, Britta Ortwein-Feiler den Fachbereich Beratungsdienste und Joachim Nunner die Ambulanten Dienste.  So wurde deutlich sichtbar, dass alle Einrichtungen und Dienste, unabhängig von Fachbereich und Setting, mit höchstem Engagement und großer Flexibilität auf die Herausforderungen reagiert und gleichzeitig das Wohl der ihnen anvertrauten jungen Menschen nicht aus den Augen verloren haben – mehr noch: In vielen Fachbereichen, wie z.B. den Beratungsdiensten,  konnten zusätzlich digitale Angebote geschaffen werden!
Dies ist eine wichtige Entwicklung, denn es ist davon auszugehen, dass die Bedarfe hinsichtlich Hilfen zur Erziehung, auch pandemiebedingt, in Zukunft stark wachsen werden: Denn die Corona-Krise hinterlässt bei jungen Menschen und deren Familien deutliche Spuren und kann sowohl neue Probleme schaffen, als auch bereits bestehende Schieflagen verstärken. So war beispielsweise als Folge des ersten Lockdowns im März letzten Jahres zu beobachten, dass die Zahl der Inobhutnahmen in stationären Einrichtungen deutlich anstieg.

MdL a.D. Joachim Unterländer, beratendes Vorstandsmitglied des LVkE und Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, kritisierte in seinem anschließenden Expertenstatement, dass den Belangen von Kindern und Jugendlichen in den bisherigen Lockdowns seitens der Politik und Öffentlichkeit zu wenig oder nur einseitig Beachtung geschenkt wurde. Es gibt Anlass zur Sorge, dass sich die Kluft zwischen den Einkommensklassen vergrößert habe.  Die Folgen von Nachteilen bei der Bildung, Digitalisierung oder menschlicher Nähe seien aktuell noch nicht einmal abschätzbar.

Doch wie kann man diese Fehlentwicklungen abfedern und gleichzeitig die Zukunft der Hilfen zur Erziehung langfristig sichern? In der nachfolgenden offenen Diskussion hatten die Teilnehmer der Veranstaltung die Möglichkeit, sich zu äußern und miteinander in Dialog zu treten.
Frau Stefanie Krüger stellte hierbei die Frage, was nach der Krise kommt. So müsse für die Zukunft Bestehendes analysiert und hinterfragt werden, was inhaltlich anders gestaltet werden kann. Hierbei gehe es natürlich auch um die Kostenfrage.

Ein allgemeiner Konsens bestand darüber, dass es, trotz aller aktueller Erschwernisse, nicht zu einer „Hilfe nach Kassenlage“ gehen darf. Entsprechend äußerte sich auch Michael Eibl, Vorsitzender des LVkE, der die Veranstaltung moderierte: „Die Erziehungshilfe hat gezeigt, dass sie diese Krise meistern kann. Wir fordern aber, dass alle kurz- mittel und langfristigen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um ihre Zukunft zu sichern! Hierfür brauchen wir den offenen Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern und die Kommunen müssen für die Jugendhilfeleistungen der Einrichtungen zusätzliche finanzielle Mittel zugewiesen bekommen. Wir stehen in der Verantwortung für all die jungen Menschen, die unsere Unterstützung dringend wie nie benötigen! Jeder Jugendlicher ist gleich viel wert und keiner darf verloren gehen! Der LVkE ist hierfür bereit.“

Mehr Informationen zur Arbeit des LVkE e.V. und dessen Imagekampagne „Fragt doch mal uns!“ finden Sie unter www.fragt-doch-mal-uns.de und unter www.lvke.de

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