„Wir sind da!“

"Fragt doch mal uns!"- Der Titel der Kampagne zum 100-jährigen Jubiläumsjahr des Landesverbandes ist vielschichtig zu interpretieren: Denn sie soll nicht nur den Kindern und Jugendlichen, die von Einrichtungen der katholischen Erziehungshilfen in Bayern betreut werden, eine Stimme verleihen, sondern auch die Position der Fachwelt und der sozialpolitisch engagierten Akteure stärken.

Dementsprechend kämpferisch gab sich Michael Eibl, Vorsitzender des LVkE, auf der diesjährigen Mitgliederversammlung, die im BBW St. Franziskus in Abensberg stattfand: "Wir haben die Expertise, wir haben die Erfahrung. Und wir sind auch bereit, Entscheidungsträger immer wieder mit sachlichen Informationen zu versorgen und unsere berechtigten Forderungen zu stellen. Denn Kinder und junge Menschen brauchen unsere Hilfe!"
Ein wichtiger Baustein, um sich Gehör zu verschaffen und möglichst viele zu erreichen, ist ab jetzt die Imagekampagne des LVkE. Für diese hat die Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Carolina Trautner, dankenswerterweise die Schirmherrschaft übernommen.
Michael Eibl berichtete auf der Mitgliederversammlung von den ersten Kontakten zwischen LVkE und der neuen Ministerin: "Die bisherigen Gespräche mit Staatsministerin Trautner waren sehr von Wertschätzung geprägt. Wir haben schnell einen Draht zueinander gefunden und konnten den Eindruck gewinnen, dass sie die Kinder- und Jugendhilfe ganzheitlich betrachtet." - ein wichtiger Faktor angesichts der Fülle an zu bewältigenden Themen, wie Coronafinanzierung, Investitionskosten, Weiterentwicklung der Ambulanten Erziehungshilfen, um nur einige wenige zu nennen.

Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden dem interessierten Auditorium die Imagefilme präsentiert, die einen Einblick in Geschichte, Aufgaben des LVkE und in die tägliche Arbeit seiner Einrichtungen geben. Die teilweise schwierigen und berührenden Inhalte wurden hier einfühlsam und respektvoll umgesetzt. "Wichtig war uns bei der Umsetzung der Gedanke der Inklusion. Wir wollten die Kinder in den Mittelpunkt stellen und eine Haltung von Gleich zu Gleich einnehmen. Die Kinder haben gemerkt, dass wir sie ernst nehmen", so Isolde Hilt, die mit ihrer PR-Agentur maßgeblich an der Produktion der Filme beteiligt war.

Michael Eibl appellierte an die Mitglieder des LVkE, von nun an aktiv an der Kampagne mitzuwirken. "Lasst uns die Mittel, Filme und Plakate der Kampagne für unsere Anliegen nutzen! Helfen wir alle mit, unsere gemeinsame Botschaft umzusetzen!"
Auf der Website www.fragt-doch-mal-uns.de kann die Öffentlichkeit seit dem 1. Oktober 2020 auf Informationen, Nachrichten und sämtliche Materialien der Imagekampagne zurückgreifen. Und nicht nur das: Den Einrichtungen der katholischen Erziehungshilfen in Bayern ist es möglich, proaktiv Impulse zu setzen und eigene Beiträge für die Kampagnenwebseite zu liefern - ein wichtiger Baustein, um der Öffentlichkeit ein plastisches und ganzheitliches Bild von der Vielfalt der Kinder- und Jugendhilfe zu vermitteln.

Nach dem "Kickoff" der Imagekampagne folgte der interne Part, in dem zu Beginn Rückschau gehalten wurde über die letzten zwei Jahre engagierter und erfolgreicher Verbandsarbeit. Und ob Corona-Pandemie, SGB VIII Reform, die Erinnerungskultur bzgl. ehemaliger Heimkinder, Fachkräftegewinnung, Dialog mit anderen Verbänden: Der LVkE erweist sich weiterhin als dynamische Triebfeder und als Ansprechpartner mit hoher fachlicher Expertise.

Verbandsintern ist vieles in Bewegung: So wurde Angelika Gabriel, anerkannte Expertin für theologische und ethische Fragen in den Erziehungshilfen, per einstimmigem Mitgliedervotum als beratendes Mitglied in den Vorstand gewählt.
Ebenso wurde Verena Vettermann, Referentin für Kinder- und Jugendhilfe beim Landesverband Bayern des SkF, als Nachfolgerin von Franziska Meszaros als neues Vorstandsmitglied berufen. Außerdem konnte der LVkE am selbigen Tag zwei neue Mitglieder gewinnen: das St. Maria Fürstenzell und die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Kreis-Caritasverband Freyung-Grafenau e.V.

Zum Abschluss der Veranstaltung kam ein Hauch von Wehmut auf: Denn es wurden ausscheidende Wegbegleiter*innen des LVkE gewürdigt und verabschiedet, die wertvolle und wichtige Arbeit für den Verband geleistet haben. Und so bedankt sich der Landesverband bei folgenden verdienten Persönlichkeiten:

-Stefan Braun
-Stephan Dauer
-Dr. Peter Flosdorf
-Michael Hahn
-Margit Herrmann
-Ursula Kundmüller
-Stefan Leister
-Rüdiger v. Petersdorff
-Gabriele Ranz
-Uli Roidl
-Friedemann Senge

"Wir müssen, insbesondere in diesen Zeiten, nahbar bleiben! Wir müssen zeigen, dass es Kinder, Jugendliche und ihre Familien gibt, die unsere Hilfe brauchen", mit diesen eindringlichen Worten schloss LVkE-Vorsitzender Michael Eibl die Mitgliederversammlung: "Unsere tägliche Arbeit hat einen Mehrwert für die Gesellschaft.  Kämpfen wir weiter für die jungen Menschen, für die wir da sind!", und zu den Mitgliedern gewandt "Schön, dass es Euch gibt!"